16.06.2010 Wuppertaler Rundschau

Kunst nagt am Hungertuch

12.06.2010 Remscheider General-Anzeiger

Hungertuch per Post

(red) Wuppertal. Der Kunstfluss Wupper – regioArte e.V. ruft dazu auf, Hungertücher per Post nach Wuppertal zu senden. Gerade weil alle Künstler von Sparmaßnahmen betroffen seien, müssten sie zusammenhalten.
Die “Hungertücher” werden zur Präsentation aufbereitet und auf einer privaten Internetseite personalisiert veröffentlicht. Sofern gewünscht, können Künstler diese Seite mit ihrer eigenen Homepage verlinken. Eckdaten: Die eingeschickten Briefe sollen im Format DIN A4 sein. Alle Gestaltungsformen sind möglich, außer Materialien, die verwesen. Name, eventuell Titel und Ort sollten mit angegeben werden. Der Brief geht an: Kunstfluss Wupper – regioArte e.V., c/o Petra Pfaff, Birkenbaum 3, 58553 Halver. Einsendeschluss ist am 20. Juli. red

26.05.2010 Bergische Morgenpost

Licht-Lesung im Sonnenschein

Eine kulturelle Wanderung des Vereins „Kunstfluss Wupper” führte am Pfingstmontag zum Damm der Vorsperre. Ziel war das dort installierte Kunstwerk „Licht”. Lesungen gehörten mit zum Programm.

Der Remscheider Künstler Jürgen Liersam bei der Lesung an seinem Kunstwerk "Licht". Die Installation steht an der Wupp-Vorsperre und war am Pfingstmontag Ziel eines literarisch-philosophischen Spaziergangs. Foto: Rainer Grassmuck

VON NORBERT BANGERT

HÜCKESWAGEN Reges Treiben herrschte bei dem schönen Wetter am Pfingstmontag auf dem Rund­weg um die Wupper-Vorsperre. Un­ter den vielen Fahrradfahren, Joggern und Spaziergängern fiel eine Gruppe besonders auf: Knapp 20 Menschen hatten sich um Petra Pfaff und Jürgen Liersam gruppiert. Die Vorsitzende des Vereins „Kunstfluss Wupper” und der Künstler aus Remscheid führten einen „literarisch-philosophischen Spaziergang zum Licht” an.

Markantes Kunstwerk
Hinter dem Wanderziel, Liersams Installation „Licht”, verbirgt sich ein markantes Kunstwerk, das seit zirka drei Jahren unmittelbar am Damm der Wupper-Vorsperre steht. „Wir hatten bereits bei der In­stallation des Kunstwerks angekün­digt, dass wir es regelmäßig besprechen und begehen wollen. Heute setzen wir das in die Tat um”, sagte Petra Pfaff. Die Gruppe zog vom Wander­parkplatz Mühlenweg los zum etwa halbstündigen Fußweg entlang der Vorsperre bis zum Damm. Auf dem Weg dorthin und am Ziel selber fan­den dann immer wieder Literatur­lesungen zum Thema „Licht” statt. Unter den Vortragenden waren die Vereinsvorsitzende Petra Pfaff, die Hückeswagener Schriftstellerin Gi­sela Marquadt, Anne Stoll aus Halver und auch der Schöpfer des Kunstwerks selber, Jürgen Liersam aus Remscheid. Gelesen wurde aus literarischen Werken, in denen sich die Schriftsteller im weiteren Sinn mit dem Thema Licht beschäftigen, beispielsweise aus den Werken des künstlerischen Genies Leonar­do da Vinci oder des deutschen Phi­losophen Arthur Schopenhauer.
Unmittelbar vor dem Ziel, in Sichtweite des Kunstwerks, gab’s dann „die große Pause”. Die Teil­nehmer packten ihre Picknick-Kör­be aus, um sich im Schatten der pilzförmigen Wanderhütte eine weitere Lesung anzuhören. Bei die­ser Gelegenheit erinnerten Petra Pfaff und Jürgen Liersam auch noch einmal an die vielen Hindernisse, die es seinerzeit bei der Installation des Kunstwerks in der Landschaft zu überwinden galt. „Wir hatten et­liche Ortstermine zu bewältigen, bis die Genehmigung schließlich erteilt war”, blickte Petra Pfaff am Montag zurück.
Wie viel Herzblut Jürgen Liersam in sein Kunstwerk gesteckt hat, wurde deutlich, als er sagte: „Jedes Mal, wenn ich an diesen Ort komme, ist es, als ob ich ein Kind besu­chen würde. Und ich bin heilfroh, dass es ihm gut geht”. Damit bezog er sich vor allem darauf, dass die In­stallation bisher noch nicht Ziel von Vandalismus geworden ist, obwohl sie fernab jeglicher Kontrollmög­lichkeiten steht.

Das Leben, ein Wimpernschlag
Unmittelbar am Kunstwerk gab es dann von Liersam noch eine na­turwissenschaftliche Betrachtung zum Thema Licht. Dabei führte er vor Augen, welche gewaltigen räumlichen und zeitlichen Dimensionen sich hinter der Sonne als Lichtquelle verbergen. Das Leben eines Menschen sei dagegen nur ein Wimpernschlag. Liersam: „Und den müssen wir nutzen, die schö­nen Dinge des Lebens genießen, bis uns das Licht ausgeht.”

Installation „Licht”
Das Kunstwerk „Licht” besteht aus einer hölzernen Stele mit Metall­fuß, der auf einem steilen Fels­hang befestigt ist. Im Zentrum zwischen zwei Eichenholzbalken ist eine ungeschliffene Glasku­gel befestigt, die je nach Lichtein­fall optische Effekte erzeugt. Verarbeitet sind außerdem drei stählerne Platten, in eine ist das Wort „Licht” eingearbeitet. Das Kunstwerk ist eines von vielen an der Wupper. Insgesamt sollen irgendwann am Fluss 116 Kunst­werke stehen – pro Wupper-Kilometer eines.

26.05.2010 Remscheider General-Anzeiger

“In den Dialog treten”

Wanderung an Vorsperre zur Installation von Liersam
Von Ann-Sophie Tietz

Eine interessante Gruppe an der Vorsperre. Eine Verbindung zwischen Kunst und Natur. Foto: Roland Keusch

Passend zu dem sommerlichen Wetter lud der Verein “Kunstfluss Wupper e.V.” am Pfingstmontag zu einer Wanderung rund um die Hückeswagener Wupper-Vorsperre ein. Das Ziel dieser Wanderung war die Installation des Künstlers Jürgen Liersam aus Remscheid, die sich mit der Thematik “Licht” beschäftigt. Ab 11 Uhr begaben sich einige Vereinsmitglieder, sowie Kunstinteressenten auf die Runde.

“Da die Wupper insgesamt 116 Kilometer lang ist, wollen wir ebenso viele Kunstwerke entlang des Weges dauerhaft ausstellen”, wusste Rainer Grassmuck, zweiter Vorsitzender und Ideengeber, zu berichten. “Durch temporale Aktionen, wie an diesem Feiertag, wollen wir in einen Dialog mit den Installationen treten”, sagte die erste Vorsitzende Petra Pfaff. Derzeit befänden sich bereits 38 Kunstwerke entlang der Wupper, die von heimischen Künstlern angefertigt wurden.

Für Montag war ein Spaziergang geplant, der durch einige Lesebeiträge und Impulse bereichert werden sollte. “Heute soll jedoch kein akademischer Vortrag gehalten werden, sondern unser Ziel ist ein lockerer Gedankenaustausch, wobei der Herangehensweise keine Grenzen gesetzt sind”, berichtete Pfaff. Das bedeutete, dass neben den bereits vorbereiteten Lesungen auch spontane Gedanken Gehör fanden, wodurch gleichzeitig die Interessenten einbezogen wurden. Ob diese philosophischen, biologischen, neurophysiologischen oder auch biblischen Ursprungs waren, spielte keine Rolle.

Marion Görnig sollte eigentlich am Montag die Lesungen aus ihrem im Jahr 2000 publizierten Buch “Buntglasfenster” vorlesen. Darin befinden sich zahlreiche Gedichte und Kurzgeschichten unter anderem zu dem Tagesthema “Licht”. Aus persönlichen Gründen konnte sie den Termin jedoch nicht wahrnehmen. So sprang Anne Stoll für sie ein. Mit selbst verfassten Gedichten konnte auch Gisela Marquardt überzeugen. Durch ihre Lesung in der Städtischen Bücherei und ihrem Buch “Sterne im geschürzten Hemd”, in dem ihre Gedichte veröffentlicht wurden, fand sie passiv zu dem Verein.

An dem Kunstobjekt angekommen, durften natürlich auch nicht die Idee hinter diesem und die Bedeutung der einzelnen verwendeten Materialien fehlen. So erläuterte der Künstler an der Installation seine Verwendung und die Bedeutung von Holz, Stahl und Glas.

Bei einem gemütlichen Picknick auf halber Strecke, waren sich die Vereinsmitglieder sicher: “Wir sind absolut zufrieden mit der Resonanz, jedoch freuen wir uns jeder zeit über einen neuen Interessenten, der sich neugierig gegenüber Kunstausstellungen und Kunstprojekten im Raum des Bergischen Landes zeigt”.

19. April 2010 Westdeutsche Zeitung

Kunst-Protest per Hungertuch

von Manfred Görgens

Vor dem Barmer Rathaus nähten bergische Künstler ein XXL-Protest-Tuch gegen die Sparpolitik des Landes.

Wuppertal. Nager sind … ja, bitte? Richtig, Maus, Ratte, Hamster und natürlich alle Menschen, die nach dem tierischen Vorbild an etwas nagen. Zum Beispiel am Hungertuch. In dem Fall allerdings liege ein falsches Wortverständnis vor, sagt Petra Pfaff, 1. Vorsitzende des Vereins Kunstfluss Wupper- regioArte. „Am Hungertuch nagen“ bedeute nämlich ursprünglich „am Hungertuch nähen“. Und gemeinsam mit ihrem Stellvertreter Rainer Grassmuck sitzt Pfaff am Samstagvormittag vor dem Rathaus Barmen und sieht zu, wie ihre Kunstgenossen aus dem Bergischen genau das tun: Ein Hungertuch nähen, als vieldeutiges Zeichen des Protests.

Eigentlich ist dies religiösen Ursprungs: Das Palmtuch, auch Schmachtlappen genannt, dient laut Pfaff in der Fastenzeit dazu, das Bild Jesu zu verdecken. Das „Hungertuch XXL“, das am Samstag vor dem Rathaus entstand, hat demnach doppelte Bedeutung: Zum einen greift es das geläufige Missverständnis auf und zeigt, dass es den Künstlern im bankrotten bergischen Städtedreieck miserabel geht. Zum anderen soll es nach Angaben der Protest-Organisatoren symbolisch den Blick auf die Passion, also das Leiden der Politiker verhängen. Denen geht es schließlich auch nicht gut mit all dem, was sie den Bürgern servieren müssen – gerade in Wahlkampf-Zeiten.

Ist da Sarkasmus im Spiel? Gleich vor den nagenden Künstlern haben am Samstag nämlich die politischen Parteien ihre Stände aufgebaut und plaudern mit den Menschen, auf deren Stimme sie hoffen. Peter Hintze (CDU) weiß sehr wohl zu beantworten, was die Kulturschaffenden hinter ihm treiben. Es sei das Schöne an der Demokratie, dass jeder seine Meinung auf unterschiedlichste Weise zum Ausdruck bringen könne, sagt er. Aber gibt er der Aktion eine Chance? Hintze atmet nur tief durch.

Dabei will der Verein Kunstfluss erst einmal nur eines: den Protest bündeln. So hat er Künstler dazu aufgerufen, Hungertücher von der Mindestgröße 20 mal 20 Zentimeter zu entwerfen, die nun im Sinne der Bündelung verknüpft und gestern nach Düsseldorf zur landesweiten Protestveranstaltung „Der letzte Schrei“ gebracht wurden.

Drastische Darstellungen sind dabei, so zwei tanzende Skelette der Leverkusenerin Ellen Loh-Bachmann. Vorbild seien die mexikanischen Totensonntag-Darstellungen, sagt sie, die möge man in Deutschland eigentlich nicht, aber hier und heute würden sie den Wuppertalern gefallen. Denkwürdig ist dazu der Spruch eines anderen Tuchs: „Ich würde die Sau rauslassen, wenn ich eine hätte.“

Ein buntes Zeichen gegen das Spardiktat: Das Hungertuch von „Kunstfluss Wupper“. (Foto: Gerhard Bartsch)

http://www.wz-newsline.de/?redid=809683

Fotogalerie: http://www.wz-newsline.de/?redid=207213&gal=7967

m

17. April 2010 – Remscheider General-Anzeiger

Performance: Die Kunst nagt am Hungertuch

(red) Bergisches Land. Die beiden Vereine Kunstfluss Wupper und regioArte e.V. haben sich unlängst zusammengeschlossen und wollen in Zukunft unter dem Namen Kunstfluss Wupper-regioArte e.V. die Förderung von Kunst und Kultur im Bergischen Land intensivieren.

Am heutigen Samstag präsentieren sie vor dem Rathaus in Wuppertal Barmen die Performance “Hungertuch XXL”. Künstlerinnen und Künstler aller Sparten sind aufgefordert, ihr persönliches Hungertuch nach Wuppertal zu bringen und dort zu einem überdimensionalen textilen Zeugnis zusammenzufügen, das auf die für Künstlerinnen und Künstler existenzbedrohenden Kürzungen im Kulturbereich aufmerksam macht. Am Sonntag wird das Hungertuch XXL nach Düsseldorf zur landesweiten Protestveranstaltung “Der letzte Schrei” gebracht.

13. April 2010 – Wochenblatt Leverkusen

»Hungertuch XXL«: Künstler veranschaulichen ihre Situation

Die Kunst nagt am Hungertuch

95 Prozent der Bildenden Künst­ler verfügen über ein monatli­ches Einkommen von weniger als 1.000 Euro, viele leben unter Hartz IV-Niveau. Lediglich fünf Prozent schaffen es zu Lebzeiten in einen festen Galerievertrag. Mit der Aktion »Hungertuch XXL

Wir tragen unsere Hungertücher zusammen« wollen Künstler sämtlicher Sparten gemeinsam auf ihre Situation aufmerksam machen. Auch Leverkusener sind am 17. April in Wuppertal dabei.

Leverkusen/Region  (nm). Die Kunst nagt am Hungertuch. »Dass dieses Sprichwort wie selbstver­ständlich zum  Sprachgebrauch gehört, zeigt: Kunst war schon im­mer eher brotlos als ernährend. Seit jeher musste der Künstler se­hen, wie er sich und seine Lieben durchs Leben schlug. Das ist heute nicht anders als vor hundert, zwei- oder fünfhundert Jahren«, brin­gen es Petra Pfaff und Rainer Grassmuck von Kunstfluss Wupper – regioArte, zweier regionaler Künstlerselbstorganisationen, auf den Punkt. Aktuell jetzt, in Zeiten radikaler und existenzieller Kür­zungen und Streichungen, Schließungen von Kultureinrich­tungen, dem Wegfall von Förder­mitteln  und  der  gesamtgesell­schaftlichen Verarmung, seien es – mit anderen Leidtragenden ge­meinsam -, wieder die Künstler, die aus ihren wenigen ökonomi­schen Netzen zu fallen drohen. Um auf die Situation aufmerksam zu   machen,   rufen   Kunstfluss Wupper – regioArte e.V. Künstler aller Sparten  (Bildende  Kunst, Musik, Theater, Literatur u.a.) auf,

am 17. April zwischen 11 und 15 _ Uhr ihr persönliches Hungertuch auf den Rathausplatz in Wupper­tal-Barmen zu bringen. Alle Hun­gertücher werden dort zu einem überdimensionalen textilen Zeugnis zusammenfügt und ver­anschaulichen so die Situation der Künstler auf einer »XXL-Fläche«. Es ist geplant, dass das Hungertuch XXL einen Tag spä­ter zusammen mit dem Bündnis »Wuppertal wehrt sich« nach Düsseldorf zu einer landesweiten Protestveranstaltung gebracht wird.

Eine Leverkusener Künstlerin, die die Aktion unterstützt, ist Ellen Loh-Bachmann (Eloba). »95 Pro­zent der Bildenden Künstler lie­gen weit unter einer Einkom­mensgrenze von 1.000 Euro im Monat. Und Einkommen ist nicht immer gleich Gewinn! Wer nicht genug verdient, wird vom Finanzamt als Hobbykünstler verfolgt«, erklärt sie: »Lediglich fünf Prozent der Künstler schaffen es zu Lebzeiten in einen festen Galerie­vertrag. Viele Künstler leben un­ter Hartz IV-Niveau.« Kunst und Kultur haben eine Auf­gabe, ohne sie verrohe die Gesell­schaft, so Loh-Bachmann: »Kunst ist menschlicher Inhalt, Ästhetik oder Protest, Revolution, Verän­derung, Fortschritt – Mensch­heitsgeschichte. Wahre Kunst ist Berufung! Und die ist nicht mehr zu erfüllen, wenn Kunst kommer­zialisiert wird.«

Ellen Loh-Bachmann (Eloba) bringt am 17. April ihr Hungertuch nach Wuppertal und macht dort mit vielen Künstlern der Region auf deren finanzielle Situation aufmerksam. Foto: Nicole Marschall

Den Grund, warum viele Künst­ler auch heute weiter am Hunger­tuch nagen müssen, sieht sie in der Tatsache, dass im Laufe der Geschichte die Verantwortung für Kunst und Kultur weitergereicht wurde und der heutige Verant­wortliche, der Staat, nichts mehr für die Kunst in der Kasse hat. »Kunst ohne Mäzene und Auf­tragswelt hat in seinem ursprüng­lichen, wirklichen Ansatz keine Überlebenschancen«, sagt sie: »Es sei denn, wir Künstler verändern die Welt. Gegen die Zeiten radika­ler und existenzieller Kürzungen und Streichungen! Gegen die Schließung von Kultureinrich­tungen! Gegen den Wegfall von Fördermitteln! Gegen die Verro­hung der Gesellschaft!« Teilnehmen an der Performance »Hungertuch XXL – Wir tragen unsere Hungertücher zusam­men«? Das bringt doch nichts, meinte einer ihrer Künstlerkolle­ge. »Mag sein«, räumt Loh-Bach­mann ein, aber es schweiße zu­sammen: »Masse ist Macht! Las­sen wir die Künstlermacht auf­marschieren …«

Künstler, die an der Aktion »Hungertuch XXL« teilneh­men möchten, sollten fol­gende Anforderungen be­achten:

Die Hungertücher müssen eine Mindestgröße 20 x 20 cm aufweisen und aus leich­tem Material sein – und soll­ten, wenn möglich, künstle­risch gestaltet werden.

09.04.2010 Westdeutsche Zeitung

Das Bündnis „schreit“ in Düsseldorf
Aktion: Protest vor dem Landtag am Sonntag, 18. April

Wuppertal/Düsseldorf. Das Bündnis „Wuppertal wehrt sich“ will mit neuen Aktionen im Vorfeld der Landtagswahl auf die Finanzmisere in der Stadt aufmerksam machen. Nach Auskunft von Iris Colsmann wird es am Sonntag, 18. April, auf der Wiese vor dem Düsseldorfer Landtag eine Klanginstallation geben, die unter dem Titel „Der letzte Schrei“ von 12 bis 20 Uhr den Landtag beschallen soll. Demnach soll es einen Geräuschteppich aus einstürzenden Gebäuden, rauschendem Wasser, schreienden Menschen, brechendem Holz und anderem geben, um der Sorge der Wuppertaler, dass die Stadt verelendet, Ausdruck zu verleihen. Unklar ist, ob am Sonntag irgendein Politiker im Landtag ist, um die Demonstration auch zu hören.
Laut Colsmann ist die Aktion als so genannte Mitmach-Aktion geplant. Es steht ein Mikrofon bereit, in das jeder, der möchte, seinen „letzten Schrei“ abgeben kann. Das Künstlernetzwerk „Kunstfluss Wupper“ wird das Hungertuch, das am 17. April in Barmen ausgebreitet werden soll, an diesem Tag nach Düsseldorf bringen. Auch das Wuppertaler Medienprojekt und andere Jugendgruppen haben sich laut Colsmann zu dem Protest angekündigt.
Bürger sollen sich an dem Protest beteiligen
Die Initiatoren laden Wuppertaler Bürger ein, sich an dem Protest zu beteiligen. In dem Bündnis „Wuppertal wehrt sich“ sind auch sämtliche Bürgervereine, die Vertreter der Wohlfahrtspflege und weitere Initiativen aus der Stadt, sowie auch Oberbürgermeister Peter Jung vertreten. Das Bündnis fordert finanzielle Hilfe von der NRW-Landesregierung und argumentiert damit, dass sich die Stadt aus eigener Kraft nicht aus der katastrophalen finanziellen Situation befreien kann. rom

Presseartikel zur Fusion